Dr. Dr. hc. mult. Jane Goodall (Dame of the British Empire), Biologin, UNO-Friedensbotschafterin

Jane Goodall

Jane Goodall begann ihre wegweisende Studie über die Schimpansen in Tansania im Juni 1960.

Ihr Mentor war der Anthropologe und Paläontologe Louis Leaky. Ihre Arbeit im damaligen Gombe-Stream Schutzgebiet sollte zum Grundstein für zukünftige primatologische Forschung werden und die Beziehung zwischen Menschen und Schimpansen revolutionieren.

1977 gründete Jane Goodall das Jane Goodall Institut (JGI), das die Forschung mit Schimpansen in Gombe bis heute fortsetzt. Das JGI ist weltweit die führende Organisation zum Schutz von Schimpansen und ihren Lebensräumen. Es ist bekannt für die Lancierung und Umsetzung von innovativen Naturschutz- und Entwicklungsprojekten in Afrika, in deren Mittelpunkt die Bevölkerung vor Ort steht. Roots & Shoots, das Umweltbildungsprogramm des JGI für Kinder und Jugendliche, ist mit über 8.000 Gruppen in 96 Ländern vertreten.

Jane Goodall ist durchschnittlich 300 Tage im Jahr unterwegs und spricht über die Bedrohung der Schimpansen durch die Menschen, andere Umweltkrisen und ihrer Überzeugung, dass die Menschheit ihre selbst gemachten Umweltprobleme lösen kann. Sie weist unermüdlich darauf hin, dass jeder Einzelne persönlich Verantwortung übernehmen und durch bewusstes Konsumentenverhalten, einen bewussten Lebenswandel und durch konkrete Aktionen etwas bewegen kann.

Jane Goodall wurde mit einer Vielzahl von Ehrungen und Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit der Medaille von Tansania, der Hubbard- Medaille der National Geographic Society, Japans prestigeträchtigem Kyoto Preis, dem Prinz-von-Asturien-Preis 2003 für technische und naturwissenschaftliche Forschung, dem Benjamin Franklin-Orden für Wissenschaft, und dem Gandhi/King-Preis für Gewaltlosigkeit.

Im April 2002 ernannte Generalsekretär Kofi Annan sie zur Friedensbotschafterin. In einer Zeremonie im Buckingham Palast ernannte Prinz Charles Jane Goodall 2004 zur ‚Dame des Britischen Empire’. 2006 erhielt sie die UNESCO Goldmedaille und den französichen Ehrenlegion-Orden durch Premierminister Dominique de Villepin.

Jane Goodall hat unzählige wissenschaftliche Publikationen und Vorwörter in Büchern geschrieben. Dazu kommen mehr als 30 Sach- und Kinderbücher. Ihr jüngstes Buch, "Harvest for Hope: A Guide to Mindful Eating", ist noch nicht auf Deutsch erschienen. "The Chimpanzees of Gombe: Patterns of Behavior" - ebenfalls nur auf Englisch erhältlich - ist das wissenschaftliche Standardwerk über Schimpansen. Ihre Autobiographien "Grund zur Hoffnung" und "Ein Herz für Schimpansen" wurden Bestseller. Außerdem wurden zahlreiche Dokumentarfilme über sie gedreht, so zum Beispiel "Jane Goodall’s Wild Chimpanzees" (2002) und zuletzt "Jane's Journey" (2010). Von National Geographic ist der Film "Die letzten Wilden Schimpansen" auf Deutsch erschienen.