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Rückblick – ein Jahr „Theologische Zoologie“

Newsletter Nr.2

Übersicht:

1. Rückblick – ein Jahr „Theologische Zoologie“

Wir erinnern an den Eröffnungsakt im Münsteraner Schloss mit Jane Goodall, Rainer Hagencord, Pater Anton Rotzetter, Prof. Dr. Dr. Klaus Müller und Prof. Dr. Norbert Sachser. Außerdem erinnern wir an die erste Kuratoriumssitzung des Institutes im Oktober dieses Jahres.

2. Was hat sich bisher getan?

Wir stellen Ihnen wichtige Ereignisse aus dem letzten Jahr vor: In den Bereichen der wissenschaftlichen Auseinandersetzung, Pädagogik und Katechese als auch in den Bereichen der Projekte und Kooperationen hat sich viel getan.

3. Kommende Veranstaltungen
Wir informieren Sie über die bereits angelaufene Vorlesungsreihe „Mensch und Tier“ und verweisen auf den nächsten Termin am 25.01.2011: „Tiere des Himmels. Tiere in islamischer und jüdisch-christlicher Tradition - Eine Lesung“ mit Buchautorin Kathleen Göbel und Bischöfin i. R. Wartenberg-Potter. Der Abend steht unter der Schirmherrschaft des türkischen Generalkonsulats.



1. Rückblick - ein Jahr „Theologische Zoologie“

Die feierliche Eröffnung des Institutes für Theologische Zoologie liegt nun genau ein Jahr hinter uns. Am 15. Dezember 2009 fand die feierliche Eröffnung des Institutes für Theologische Zoologie im Münsteraner Schloss am Hindenburgplatz statt. Seither hat das Institut in der Medienwelt ein vielfaches Echo erhalten und ist kontrovers diskutiert worden. Der Gegenstand des Institutes - die theologische Reflexion des Tieres angesichts neuer Erkenntnisse aus Neurowissenschaft und Verhaltensbiologie - stößt in vielen Teilen der Gesellschaft, quer durch alle Schichten und Berufsfelder, auf reges Interesse und Zuspruch. Wir erinnern an das Eröffnungsfest. Sehen Sie hier einige Bilder über den gelungenen Abend.

Dr. Hagencord mit Dr. Dr. hc. mult. Goodall und Kuratoriumsmitglied Prof. P. Dr. Dienberg

Jane Goodall

Dr. Dr. hc. mult. Jane Goodall (Dame of the British Empire, Schirmherrin unseres Institutes), die bekannte Primatenforscherin und UNO-Friedensbotschafterin, unterstrich die Notwendigkeit, dass sich auch von Seiten der Theologie her ein neuer Blick auf die Tiere einstellen müsse. Sie berichtete über ihre Erfahrungen mit den Schimpansen, die nicht nur ihren Forscherblick reifen ließen, sondern ihr auch einen neuen Zugang zur spirituellen Dimension eröffneten.

Dr. Dr. hc. mult. Jane Goodal

Den spirituellen Blick auf die Schöpfung und das Tier zu schärfen, war auch das Anliegen der Leiter des Institutes Dr. Rainer Hagencord und Pater Anton Rotzetter während ihrer Vorträge. Verwies Dr. Hagencord auf die „Gottunmittelbarkeit“ der Tiere, von denen der Mensch lernen könne, einen neuen Zugang zu Gott zu finden, so zeigte er auch gleich Parallelen aus der christlichen Mystik auf, die eine Wertschätzung des Tieres nahelegen.

Eine Wertschätzung besonderer Art unterstrich der Vortrag von Pater Anton Rotzetter, der die franziskanische Sicht auf die Tiere im Sinne der „Mitgeschöpflichkeit“ vorstellte. Anhand von franziskanischen Urquellen wies Rotzetter nach, dass demnach die Tiere als eigenständige Subjekte aufgefasst werden, die mit dem Menschen zusammen Gott preisen.

Dr. Hagencord
Pater Dr. Rotzetter

In seinem Vortrag „Wenn sich Tiere in der Theologie tummeln“ verwies Prof. Dr. Dr. Klaus Müller (Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät Uni Münster) auf die Aktualität des Themas und ging näher auf das Denken des neuzeitlichen Theologen Nikolaus von Kues ein.

Der Münsteraner Verhaltensbiologe Prof. Dr. Norbert Sachser unterstrich in seinem Vortrag „Zoologie trifft Theologie“ die große Herausforderung des Institutes der interdisziplinären Forschungsarbeit. Er brachte zudem aus seinem Fachbereich Beispiele für die Erforschung der Bewusstseinsentwicklung bei Tieren.

Prof. Dr. Dr. Müller
Prof. Dr. Sachser

Einen beeindruckenden musikalischen Beitrag zur feierlichen Eröffnung lieferten die MusikerInnen Mareike Braun, Christoph Pollak, Wolfgang Kick und Johannes Richl. Mit ihrer Komposition „Das Offene“ versuchten sie sich dem lyrischen Ausdruck Rainer Maria Rilkes zu nähern.

Wenn Sie Näheres zu den Vorträgen wissen wollen verweisen wir Sie auf das Buch „Wenn sich Tiere in der Theologie tummeln“.

Mareike Braun, Christoph Pollak, Wolfgang Kick und Johannes Richl

Erste Kuratoriumssitzung

Zur ersten Kuratoriumssitzung lud das Institut am 08. Oktober 2010 in die Räume der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Kapuziner in Münster ein. Die wissenschaftlich-interdisziplinäre Ausrichtung des Institutes zeigt sich auch in der Zusammensetzung des Kuratoriums: Neben den Leitern des Institutes Dr. Rainer Hagencord und P. Dr. Anton Rotzetter seien mit Prof. Dr. Stefan Schlatt (Reproduktionsmedizin, Andrologie), Prof. Dr. Norbert Sachser (Zoologie, Verhaltensbiologie), Prof. Dr. Dr. Klaus Müller (Philosophische Grundfragen der Theologie), Frau Prof‘in Dr. Andrea Tafferner (Soziale Arbeit, Heilpädagogik) und Prof. P. Dr. Thomas Dienberg (Rektor der PTH) nur einige Namen aus der Universitätsstadt Münster genannt. Auch der Direktor des Münsteraner Allwetterzoos Jörg Adler befindet sich unter den Kuratoriumsmitgliedern, genauso wie der Recklinghausener Propst Jürgen Quante.
Zur Vorsitzenden wurde die evangelische Bischöfin i. R. von Holstein-Lübeck, Frau Bärbel Wartenberg Potter gewählt. Die Sitzung verlief in einer gelösten kollegialen Atmosphäre. Angeregt wurde über verschiedene Zugänge zum Thema und neue Projektideen diskutiert. Alle zeigten sich erneut vom Konzept einer Theologischen Zoologie überzeugt, - nicht nur im Hinblick auf die Wissenschaft, sondern auch auf Handlungsimpulse für Kirchen und Gesellschaft. Ebenfalls sind im Kuratorium engagiert: die Buchautorin Kathleen Göbel, Sibylle Prinzessin von Preußen, die Schweizer Prof’in Dr. Silvia Schroer (Exegese), AKUT-Vorsitzender Pfarrer Ulrich Seidel, der Berliner Journalist und Redakteur Dr. Andreas Weber, der Schweizer Prof. Dr. Jean-Claude Wolf sowie, als Neuzugang, die Journalistin Dr. Tanja Busse.

Was hat sich bisher getan?


Im Rahmen der theologisch-wissenschaftlichen Auseinandersetzung zum Thema „Tier“ arbeitet das Institut biblische Bezüge aus und erschließt den geistesgeschichtlich-philosophischen Horizont. In Lehrveranstaltungen an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Deutschen Kapuzinerprovinz und der Theologischen Fakultät der Universität Münster werden Studierende auch mit den Erkenntnissen aus Verhaltensbiologie und Neurowissenschaften zu Fragen der Intelligenz und Bewusstseinsentwicklung bei Tieren konfrontiert.
An der PTH fand das Hauptseminar „Der Mensch - Krone der Schöpfung? Anfragen aus der modernen Biologie“ im Wintersemester 2009/10 statt. Eine für ein breiteres Publikum angelegte Vorlesungsreihe im jetzigen Wintersemester folgte (siehe unten). An der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Münster findet in Kooperation mit der Forschungsstelle für feministische Theologie in diesem Wintersemester ein Hauptseminar statt.

Dr. Rainer Hagencord ist in zahlreiche Buchprojekte involviert. Zudem publiziert er in der „Herder Korrespondenz“ und „Lebendiges Zeugnis“. Durch zahlreiche Interviews in Funk, Fernsehen und Printmedien als auch durch Vorträge und Diskussionsrunden macht er die Öffentlichkeit auf die Arbeit des Institutes aufmerksam. Beachten Sie auch die Neuerscheinungen von Dr. Rainer Hagencord:

Im Bereich der Pädagogik und Katechese verweisen wir auf ein sehr erfolgreiches Projekt mit dem Gymnasium Emsdetten zusammen mit Frau Christiane Steigenberger aus dem letzten Sommer. Schülerinnen und Schüler erarbeiteten zunächst theoretisch die Zusammenhänge einer globalisierten Wirtschaft und seiner vielfältigen Auswirkungen auf Mensch, Tier, Umwelt und Kultur. In einem zweiten Schritt erhielten sie über Exkursionen in landwirtschaftliche Betriebe vor Ort Einblicke in die Praxis der Nutztierhaltung. Wir werden im neuen Jahr erarbeitete Materialien vorstellen.
Zur Sensibilisierung für den Umgang mit Tieren und den großen Bereich der „Bewahrung der Schöpfung“ in der Kirche und in christlichen Gemeinden, verweisen wir auf Unterrichtsmaterialien und Arbeitshilfen für Katechese und Religionsunterricht. Erste Unterrichtsvorschläge können Sie hier einsehen:

Im Bereich Projekte und Kooperationen bieten wir suchenden Menschen, über Exerzitien, Workshops und Exkursionen, einen schöpfungsspirituellen Zugang zur Natur an. Dazu werden mit Nationalparks und Zoos, aber auch mit Bildungshäusern und ähnlichen Einrichtungen, Konzepte entwickelt und Veranstaltungen durchgeführt. Zu nennen wären hier Kooperationsveranstaltungen mit der evangelischen Akademie des Rheinlandes und dem Nationalpark Wattenmeer auf der Nordseeinsel Wangerooge sowie der ökumenischen Stiftung für Schöpfungsbewahrung und Nachhaltigkeit in Ratzeburg.
Erfolgreiche Exerzitien auf dem Gebiet einer spirituellen Praxis in Verbindung mit Natur und Tier wurden bereits in der Benediktinerabtei Königsmünster in Meschede durchgeführt.
In Kooperation mit dem Vegetarierbund Deutschland arbeitet das Institut am Pilotprojekt „Veggietag“ - ein fleischfreier Tag pro Woche in kirchlichen Einrichtungen und kooperierenden gastronomischen Betrieben. Das Projekt ist noch in der Entstehung, Sie können sich hier über den „Veggietag“ informieren.

Kommende Veranstaltungen

Wir möchten auf die Vorlesungsreihe „Mensch und Tier“ hinweisen, die bereits im Oktober dieses Jahres angelaufen ist.
Jeweils an einem Dienstag-Abend im Monat (18:15 Uhr) lädt das Institut in den Räumen der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Kapuziner (Hohenzollernring 60) zu Vorträgen mit verschiedenen Dozierenden aus Philosophie, Theologie, Biologie, Literaturwissenschaft und Kunst ein. Die nächste Veranstaltung am 25.01.2011 „Tiere des Himmels - Tier in islamischer und jüdisch-christlicher Tradition“ ist ein Leseabend, bei welchem der Blick über den eigenen kulturellen Tellerrand gewagt wird: Die Buchautorin Kathleen Göbel und Bischöfin i. R. Bärbel Wartenberg-Potter gehen gemeinsam auf Spurensuche über Aussagen zum Tier in der jüdisch-christlichen sowie der islamischen Tradition. Der Abend findet unter der Schirmherrschaft des Generalkonsulates der Türkei statt.

Der Bischöfin i. R. Wartenberg-Potter, Kuratoriumsvorsitzende des Institutes für Theologische Zoologie, ist die Wertschätzung der Tiere und eine Neubesinnung über die Rolle des Menschen ein wichtiges Anliegen. Bei der Überwindung des ausschließlichen Anthropozentrismus in der Theologie geht es ihr um die Tiere, aber der Hauptblick gilt der Bewahrung des Lebensraumes von Mensch und Tier auf dem Planeten Erde.
Die Autorin und Fotografin Kathleen Göbel ist sehr stark engagiert in Projekten im interkulturellen und interreligiösen Bereich. Sie ist anerkannte Spezialistin für den kleinasiatischen und vorderorientalischen Kulturraum. So hat sie auch das wohl vollständigste Kompendium mit Tiergeschichten der islamischen Tradition zusammengetragen. Im Mittelpunkt des Kompendiums stehen die Geschichten der zahlreichen Tiere, die im Qur’an den Propheten beigeordnet sind.
Wir laden alle Interessierten herzlich zu den Vorträgen und Diskussionen ein. Die Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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Veranstaltungshinweis:
Vorlesungsreihe des Institutes für Theologische Zoologie in Kooperation mit der PTH:
Di 25.01.2011
„Tiere des Himmels - Tier in islamischer und jüdisch-christlicher Tradition“
ist ein Leseabend, an dem der Blick über den eigenen kulturellen Tellerrand gewagt wird: Die Buchautorin Kathleen Göbel und Bischöfin i. R. Bärbel Wartenberg-Potter gehen gemeinsam auf Spurensuche über Aussagen zum Tier in der jüdisch-christlichen und der islamischen Tradition. Der Abend findet unter der Schirmherrschaft des Generalkonsulates der Türkei statt.

PTH Münster, Hohenzollernring 60, um 18:15 s. T. Uhr, Eintritt frei.

PDF zur Vorlesungsreihe
 
 





 
   
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Dr. Rainer Hagencord