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Newsletter 05

1. Münsteraner Fundamentaltheologe nimmt Aussagen Immanuel Kants (1724 - 1804) zum Mensch-Tier-Verhältnis unter die Lupe.


Am kommenden Dienstag, den 08.02.2011, um 18:15 Uhr setzt das Institut für Theologische Zoologie (ITZ) die interdisziplinäre Vorlesungsreihe zum Mensch-Tier-Verhältnis in den Räumen der PTH fort (Hohenzollernring 60).

Referieren wird diesmal Prof. Dr. Hans-Gerd Janßen, Fundamentaltheologe und Hochschulsekretär an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Kapuziner in Münster.

Zur Vorlesungsreihe sind Studierende und alle Interessierten herzlich eingeladen.

Das Tier als Sache?

Immanuel Kant (1724 - 1804), der „Alleszermalmer“ der Metaphysik, gilt als der Begründer der autonomen Ethik. Mit ihm erreicht das aufklärerische Denken des 18. Jahrhunderts seinen Höhepunkt.

Von ihm ist bekannt, dass er das Tier eher als Übungsobjekt für moralisches Verhalten des Menschen angesehen hat.
„Selbst die Dankbarkeit für lange geleistete Dienste eines alten Pferdes oder Hundes (gleich ob sie Hausgenossen waren) gehört indirekt zur Pflicht des Menschen, nämlich in Ansehung dieser Tiere, direkt aber betrachtet ist sie immer nur Pflicht des Menschen gegen sich selbst.“
(Weischedel (Hg): Kant, Die Metaphysik der Sitten (1797). Frankfurt a.M. 1982, S. 107 ff)
Prof. Dr. Hans-Gerd Janßen stellt Kants Denken vor und führt vor Augen, dass Kant nicht als ein Vertreter eines szientistisch-naturalistischen Weltbildes missverstanden werden darf. Zur Untermauerung einer Herrschaftsvernunft des Menschen, der die Natur nicht achtet, diene sein Denken nicht. Es sei vielmehr nötig, die unterschiedlichen Argumentationsebenen Kants genau zu beachten. Die Äußerungen des Philosophen zum Mensch-Tier-Verhältnis seien im Allgemeinen wenig bekannt.


Hans-Gerd Janßen, 1950 in Rheydt geboren, studierte Theologie und Philosophie in Frankfurt a. M. und Münster. 1977/78 war er wissenschaftlicher Assistent an der Universität Bochum, er legte die Staatsprüfungen für das Lehramt am Gymnasium ab. 1982 promovierte er bei Johann Baptist Metz über das Theodizeeproblem der Neuzeit. Seit 1989 ist er Lehrbeauftragter, seit 1996 Professor für Fundamentaltheologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Kapuziner in Münster/Westfalen, deren Hochschulsekretär er ist.




2. Neuerscheinung:

Der Schweizer Kapuzinerpater Anton Rotzetter schreibt über "Was die Tiere von uns erwarten"

Die Überlieferung kennt einen bunten Strauß von Geschichten, die von Franz von Assisi und den Tieren handeln; am bekanntesten ist wohl die „Vogelpredigt“. Sind das alles nur erbauliche Legenden? Anton Rotzetter untersucht die Quellen und zeigt, dass die Geschichten durchaus nicht rein fiktiv sind. Genau so ist Franziskus den Tieren begegnet, nämlich auf Augenhöhe, als ihr „Bruder“. Diese Geschwisterlichkeit mit den Geschöpfen und der gesamten Schöpfung empfiehlt und fordert er zur Nachahmung – auch von uns. Der Mensch als „Ebenbild Gottes“ soll sich Gottes Sorge für das Ganze zu eigen machen. Die Tiere warten darauf, dass die Menschen Menschen sind – auch ihnen gegenüber. Am Verhalten zu ihnen entscheidet sich die Zukunft. Das verdeutlicht auch eine im Anhang präsentierte, fast unbekannte Bulle von Papst Pius V., die bereits im Jahr 1567 den Stierkampf
verbietet.

Das Buch ist ab März 2011 im Handel erhältlich
Ca. 176 Seiten, € 19.– / Fr. 29.–
ISBN: 978-3-7228-0804-8

3. Ankündigung:

Die Abschlussveranstaltung der Vorlesungsreihe findet am Donnerstag, den 3. März 2011 im Pferdemuseum im Allwetterzoo Münster statt.

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