FITZ




 
 

1. ITZ Kongress "Doch frag nur die Tiere, sie lehren es dich" (Hiob 12,7)

Neue Wahrnehmung des Tieres in Theologie und Spiritualität

  •   Tiere in der Bibel
  •   Ansätze einer ´tier-sensiblen´Schöpfungstheologie
  •   Das Tier als Thema in Religionsunterricht und Katechese
  •   Verschiedene workshops

Nicht nur das Hiob-Buch entfaltet eine 'Theologie mit dem Gesicht zum Tier'; eine solche überraschende Spur findet sich bereits von den ersten Seiten der Heilige Schrift bis in die Evangelien hinein.
Doch mehr oder weniger vergessen sind sie in der christlichen Theologie: die Mitgeschöpfe des Menschen. Die westliche Theologie zeichnet sich eher als eine aus, die sich mit dem Rücken zum Tier verhält.
Das Projekt einer 'Theologischen Zoologie' versteht sich als ein Antwortversuch auf das, was das II. Vatikanische Konzil als 'Zeichen der Zeit' benannt hat: ein interdisziplinäres Unternehmen zur Bewusstseinsveränderung und Verstärkung der Bemühungen um die 'Bewahrung der Schöpfung'.
Im Rahmen dieser Tagung soll ein Forum geschaffen werden für Menschen, die sich in Pastoral und Schule einerseits, in Universität und Wissenschaft andererseits mit dem Mensch-Tier-Verhältnis beschäftigen.

Referenten:
Prof. Dr. Albert Biesinger, Theologe, Tübingen
Dr. Tanja Busse, Journalistin, Hamburg
Dr. Ralf Gaus, Theologe, Tübingen
Dr. Rainer Hagencord, Theologe und Biologe, Münster
Laurenz Knauer, Regisseur, München
Pater Manfred Kollig, Hauptabteilung Seelsorge, BGV Münster
Prof. Dr. Dr. Klaus Müller, Philosoph und Theologe, Münster
Dr. Simone Pika, Biologin, Seewiesen
Dr. Anton Rotzetter, Theologe, Fribourg
Prof. Dr. Norbert Sachser, Biologe, Münster
Prof. Dr. Silvia Schroer, Theologin, Bern
Dr. Ullrich Seidel, Theologe, Brandis
Bischöfin i.R. Bärbel Wartenberg-Potter, Theologin, Lübeck
Dr. Andreas Weber, Biologe und Philosoph, Berlin

Kooperation mit:
Institut für Theologische Zoologie, Münster
Hauptabteilung Seelsorge im Bistum Münster
Seminar für philosophische Grundfragen der Theologie, WWU Münster

Beginn:                 23.11. / 16:30 Uhr
Ende:                    25.11. / 13:00 Uhr
Tagungs-Nr.:        12-131 AT
Tagungsleitung:   Pfr. Dr. Martin H. Thiele
Information:         Akademie Franz Hitze Haus
und Anmeldung:   Ulrike Heitmann
Tagungsbeitrag:   134.00 € / erm. 114.00 € (ÜN/DZ)
                              154.00 € / erm. 134.00 € (ÜN/EZ)
                              104.00 € / erm. 84.00 € (o.ÜN)

 
Zur Onlineanmeldung / Programm als PDF


Jede Stimme zählt!

sparda-umweltpreis


Das Herzensprojekt unserer Schirmherrin Dr. Jane Goodall - Roots and Shoots: ein globales Programm für Kinder und Jugendliche, die sich für Menschen, Tiere und die Umwelt engagieren wollen

Von der Schirmherrin des Institutes für Theologische Zoologie – Dr. Jane Goodall - ins Leben gerufen und seitdem rund um die Welt vielfach umgesetzt: das Roots and Shoots-Programm. Ziel ist es, Jugendliche zu motivieren, sich in ihren Gemeinden, ihrem Lebensalltag und in ihrer konkreten Umwelt für Menschen und Tiere zu engagieren und mit ihren Möglichkeiten ihre Region freundlicher und besser zu gestalten.

„Jeder von uns spielt eine entscheidende Rolle für unser Leben. Jeder kleine Schritt zählt. Zusammen können wir viel bewegen.“ (Jane Goodall)

Learn – Care – Act – Connect (lernen, Sorge tragen, handeln, vernetzen) sind die wesentlichen Aspekte eines solchen Lernprozesses, der Selbstachtung, Selbstvertrauen und Hoffnung der Kinder und Jugendlichen in die Zukunft fördert und stärkt. Kleine, selbst bewirkte positive Änderungen zu erleben, fördert weiteres Engagement und die Entwicklung positiver Visionen.

Roots & Shoots Gruppen planen rund um den Globus Aktionen: in Schulklassen, zu Hause, in der Natur, in der Nachbarschaft - überall dort, wo Kinder, Jugendliche und Erwachsene das Bedürfnis haben etwas zu verändern, Ideen zu spinnen und Hand anzulegen, kann eine Roots & Shoots Gruppe entstehen. Die Jane Goodall-Institute helfen bei der Gründung einer solchen Gruppe und unterstützen eine Vernetzung der Gruppen untereinander.

Mehr Informationen finden Sie unter www.rootsandshoots.org oder auch auf den Webseiten der Jane Goodall Institute in Österreich und Deutschland (www.janegoodall.at und www.janegoodall.de).


Theologische Zoologie - im Dienst der Humanökologie.

Bemerkungen zum Buch „Benedikt XVI.: Wir müssen anders leben!“

von Korbinian Labusch

„Theologische Zoologie“ und „Humanökologie“ - beide Begriffe muten relativ fremd, wenn nicht gar exotisch an. Und doch dürfte ihnen in der Theologie zunehmend mehr Bedeutung zukommen, wenn diese sich tatsächlich, wie von Johann Baptist Metz gefordert, im Sinne einer „spirituellen Solidaritätserfahrung“[1] mit und für den Menschen dafür einsetzt, in allen Lebenszusammenhängen die Frage nach Gott ernsthaft offen zu halten und in konkreten Lebensvollzügen sichtbar zu machen. Doch worum geht es?

Die „Theologische Zoologie“ ist ein junger Zweig der zeitgenössischen theologischen Forschung. Sie richtet den Blick auf das Tier und befragt neu die biblischen und systematischen Aussagen auf unsere Mitgeschöpfe. Dies geschieht im Abgleich mit Erkenntnissen aus der Verhaltens- und Evolutionsbiologie. Dabei geht es letztlich darum, das Verhältnis des Menschen zum Tier für eine praktische Umsetzung einer schöpfungsgemäßen Spiritualität, welche den Nachfolgeauftrag Christi ernst nimmt, genauer zu bestimmen.

Der Begriff der „Humanökologie“ begegnet an anderer Stelle: Der Journalist Jürgen Erbacher gab Anfang des Jahres 2012 den Band „Benedikt XVI. Wir müssen anders leben! Damit die Schöpfung überleben kann“ heraus. Darin stellt er maßgebliche Texte von Papst Benedikt XVI. vor, in denen dieser seine Schöpfungsspiritualität darlegt.

Es ist Jürgen Erbachers dankenswerter Verdienst, aus der Vielzahl der päpstlichen Schreiben, Predigten und Ansprachen diejenigen mit ihrem Bezug zur Schöpfungsverantwortung herausgearbeitet und in eine Gesamtschau gebracht zu haben. Es wird deutlich, wie wichtig dem Papst dieses Thema ist, und wie sträflich dieser Umstand von der allgemeinen Wahrnehmung vernachlässigt wird.

In sieben Kapiteln kann sich die Leserin und der Leser dem Denken des Papstes zur Schöpfungsverantwortung nähern. Schwerpunkte bilden dabei die theologischen Annäherungen an das Thema, wie sie uns in der Bibel begegnen. Doch sehr schnell werden Bezüge zur Politik, zum aktiven Umweltschutz, zum Verhältnis von Technik und Wissenschaft und zur Friedensarbeit hergestellt.

Es zeigt sich: Bewahrung der Schöpfung bedeutet immer auch Bewahrung des Geschöpfes Mensch, und der Aufruf zum „Schutz des Lebens“ darf niemals verengt und im ausschließendem Sinne verstanden werden. Katholisches Denken ist weit, und steht daher auch einer verengten Sicht auf Gottes Schöpfung entgegen. Das wird durch diesen Band deutlich!

Die Themen Umwelt und Schöpfung sind auf das Engste mit der Gottesfrage verknüpft, sie berühren damit den Kern der christlichen Identität. Denn aus dem geoffenbarten Gottesbild heraus ergibt sich das christliche Menschenbild, welches die Grundlage ist für einen umfassenden Schutz der Schöpfung im Ganzen. Tatsächlich prägt Papst Benedikt ein neues Verständnis von Ganzheitlichkeit. So in der Enzyklika „Caritas in veritate“ (nachzulesen im ersten Kapitel), wenn er eine Verbindung von „Umweltökologie“ und „Humanökologie“ herstellt: Gegen eine materialistische Sichtweise plädiert er für die

Achtung der Natur des Menschen. Diese Achtung kann jedoch nur geschehen im Blick auf das Gesamt der Schöpfung.
Hier taucht auch das Tier auf: In seiner Osternacht-Predigt aus dem Jahre 2011 etwa (nachzulesen im dritten Kapitel) erläutert Papst Benedikt die Hinordnung der gesamten Schöpfung auf Gott, wie sie in der Sabbat-Ruhe zum Ausdruck kommt, in welcher explizit auch die Tiere im liebevollen Miteinander des Gott-Mensch-Schöpfungsbundes genannt sind. Papst Benedikt macht klar: Dieser Bund zielt ab auf das in Liebe antwortende Herz des Menschen.

Noch deutlicher sind die Worte Benedikts in seiner Botschaft zum Weltfriedenstag 2008 (nachzulesen im vierten Kapitel): Natur und Tierwelt sollen nicht etwa höher eingestuft werden als der Mensch! Sie sollen vielmehr in verantwortlicher und nachhaltiger Weise mit dem Blick auf künftige Generationen in einem zukunftsgestaltenden Lebensmodell der Menschen ihren Ort finden. Die Verbindung von Mensch und Umwelt – und hierin ist allein der Mensch der verantwortlich Handelnde– soll schließlich die Schöpferliebe Gottes widerspiegeln.

Angesichts der Themenbreite, die Papst Benedikt in seinen Verlautbarungen anspricht, dürfen die dünn gesäten Bezüge zum Thema „Tier“ nicht verwundern. Im Vordergrund stehen globale Probleme wie Krieg, Energiehunger, wirtschaftliche Ungerechtigkeit, Benachteiligung der Schwächsten und maßloses Konsumverhalten, die der Papst mit deutlichen Worten anspricht.

Es liegt vielmehr an der Theologischen Zoologie, den Fokus auf die Würde des Tieres als eines Elementes innerhalb des Gesamtrahmens der Bewahrung der Schöpfung zu lenken 

Papst Benedikts Erläuterungen liefern für diese Arbeit eine wertvolle Grundlage.

Erbacher, Jürgen (Hg): Benedikt XVI. Wir müssen anders leben! Damit die Schöpfung überleben kann. Freiburg im Breisgau 2012.

220 S., € 16,99    ISBN: 978-3-451-32427-7

[1] Vgl. Metz, Johann Baptist: Mystik der offenen Augen. Wenn Spiritualität aufbricht. Freiburg im Breisgau 2011.


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