FITZ




 
 

Liebe Freundinnen und Freunde des Institutes für Theologische Zoologie

Ereignisreiche Tage und Wochen liegen hinter uns. Wir hoffen, Sie haben die Osterfeiertage zusammen mit Ihren Lieben freudvoll feiern können und sind gut in den Wonnemonat Mai gestartet.

Als engagierte Kirchenmitglieder freuen wir uns über die Heiligsprechungen der Päpste Johannes XXIII. und Johannes Paul II. in Rom durch Papst Franziskus. Mit ihm fühlen wir uns einig mit denen, die dem geistigen Erbe der Heiligen verpflichtet sind und setzen uns weiter ein für jene, die in unserer Kirche neue Impulse setzen.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Freude beim Lesen unseres Newsletters!

 


1.) "Menschenrechte für Tiere?"

Die Sensibilisierung für unsere Umwelt, unser Verhalten gegenüber der belebten und unbelebten Natur wird immer mehr in den verschiedensten Bereichen der Gesellschaft zum Diskussionsthema.

Noch Anfang April fand sich Dr. Rainer Hagencord in einer ehrlichen Diskussionsrunde bei der Sendung WestArt wieder. Ein Mitschnitt ist online leider nicht mehr verfügbar, einen Überblick können Sie allerdings hier erhalten:

Über einen weitergehenden Austausch der Diskutanten Hilal Sezgin und Karsten Brensing mit dem Institut für Theologische Zoologie werden wir Ihnen in Zukunft berichten können. 


2.) "Der Mensch ist nicht allein auf der Erde."

In unserem letzten Newsletter berichteten wir bereits über ein neues Konzept im Bereich der Firm-Vorbereitung, welche den Umgang mit der Schöpfung unter der Perspektive einer Theologischen Zoologie in den Blick nimmt. Die Gruppe „Studierende des Instituts für Theologische Zoologie“, welche sich an der WWU Münster gegründet hat, stellt nun ebenfalls ein selbst entworfenes Konzept vor. Lesen Sie hier einen Erfahrungsbericht der Gruppe über einen Zoobesuch mit Firmlingen:

„Der Mensch ist nicht allein auf der Erde – wir teilen unseren Planeten mit weit über 10 Millionen Tierarten. Bei einem gemeinsamen Besuch im Allwetterzoo Münster werden wir allerlei Spannendes über die Tierwelt erfahren und uns mit der Frage auseinandersetzten, warum das Mensch-Tier-Verhältnis gerade für uns als Christen besonders spannend ist. Eine Studentengruppe des Instituts für Theologische Zoologie sowie Dr. Martina Raffel von der Stiftung Artenschutz wird unsere Tour durch den Zoo begleiten. Schließlich gehört nicht nur der Mensch zur Schöpfung Gottes…“

Auf diesen Veranstaltungstipp in ihrem Firmbrief hin haben am 13. März etliche Firmbewerber der Pfarrgemeinde St. Clemens Hiltrup Amelsbüren einen Nachmittag im Allwetterzoo verbracht. Vorbereitet und initiiert hat diesen Themennachmittag deine Studierendengruppe des ITZ. Inwiefern haben die Tiere, das Mensch-Tier-Verhältnis und die Artenvielfalt der Erde etwas mit dem Christsein zutun – darüber galt es für die Firmbewerber nachzudenken. An vielen Stellen im Zoo wurde sehr deutlich, dass man auch und vor allem als Christ eine große Verantwortung für seine Umwelt und die uns umgebenden Mitgeschöpfe hat. Täglich sterben über 100 Arten auf der Erde aus -  was bedeutet das für uns Menschen? Inwieweit sind wir dafür verantwortlich? Frau Dr. Raffel – Kuratorin des Allwetterzoos und Mitarbeiterin der Stiftung Artenschutz e.V. begleitete den Zoorundgang ebenfalls und berichtete über die vielfältigen Projekte der Stiftung. Sie schilderte sie Problematik des Aussterbens vieler Arten aus biologischer und ökologischer Hinsicht. Der gesamte Rundgang der Firmlinge stand so in der doppelten Beleuchtung der Problematik – von theologischer und von biologischer Seite. Noch vor einigen Jahrzehnten war das Thema Artenschutz bei Zoos und ihren Direktoren nicht sehr beliebt. Oberste Maxime war ein schöner Zootag für die Besucher. Schlechte Nachrichten über aussterbende Arten oder mangelhafte Zootierhaltung gehörten nicht dazu. Heute ist der Schutz gefährdeter Arten für viele Zoos selbstverständlich geworden. Immer mehr Zoos werden auch im ursprünglichen Lebensraum aussterbender Arten aktiv, sammeln Gelder für den Arterhalt bedrohter Tierarten, betreiben Auffangstationen und schulen Mitarbeiter in Schutzgebieten. Eindrucksvoll schilderte Frau Raffel die Dramatik des Artensterbens anhand der Projekte der Stiftung Artenschutz, in erster Linie anhand von Schildkrötenschutzprojekten. „Ist das wirklich unsere Aufgabe alles Menschenmögliche in Bewegung zu setzen, damit diese Schildkrötenart nicht ausstirbt? Es gibt doch nicht ganz viele andere Schildkrötenarten. Reicht das denn nicht?“ – dieser Einwand eines Firmlings steht stellvertretend für die verschiedenen Diskussionen, die sich bei den unterschiedlichen Tieren im Zoo ergaben.  Wie ist das mit dem Herrschaftsauftrag des Menschen über die Tiere? Was bedeutet es, dass Gott nicht nur den Menschen, sondern auch die Tiere geschaffen hat? Die Tiere als Mitgeschöpfe betrachten -  welche Konsequenzen hat das für uns als Christen? Warum lieben wir manche Tiere und bei anderen ist es uns scheinbar völlig gleichgültig, wie sie gehalten werden? Für die Jugendlichen gab es sehr viele Impulse zum Nachdenken… 


3.) „Tiere in Ethik und christlicher Anthropologie“

„Ein interdisziplinäres Team-Teaching zum Ethos der Mitgeschöpflichkeit“, so der Untertitel des im Sommersemester 2014 angebotenen Seminars der Universität Osnabrück. Frau Dr. Birgit Hegewald und Dr. Rainer Hagencord unternahmen mit Studierenden eine „Spurensuche zur Mitgeschöpflichkeit“ unter theologischen, philosophischen, verhaltensbiologischen und medizinschen Fragestellungen. Lesen Sie hier einen Erfahrungsbericht:

Uni Osnabrück und Institut für Theologische Zoologie: Tierethik-Teamteaching im Allwetterzoo Münster

Einen spannenden Tag verbrachten Theologiestudierende der Uni Osnabrück im Allwetterzoo Münster. Die Universität und das Münsteraner Institut für Theologische Zoologie haben im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Kooperation in diesem Sommersemester erstmalig gemeinsam ein Seminar zur Mitgeschöpflichkeit angeboten: „Tiere in Ethik und christlicher Anthropologie“. Ein Projekt, für das Zoodirektor und Mitbegründer der Stiftung Artenschutz Jörg Adler gern seine Mitwirkung zugesagt hatte. „Noch haben wir es in der Hand, unseren Kindern und Enkelkindern einen Planeten zu vererben, auf dem Menschen und Tiere eine zwar bereits erheblich veränderte aber immer noch lebenswerte Umwelt vorfinden können. Angehenden Religionslehrerinnen und -lehrern kommt eine besondere Verantwortung für den Erhalt der Schöpfung zu. “ wandte er sich in einem flammenden Appell an die Osnabrücker Studierenden der Katholischen Theologie und beeindruckte mit seinem ebenso lebhaften wie mitreißenden Vortrag zum Artenschutz.

Die mehrtägige interdisziplinäre Lehrveranstaltung fand teils in Osnabrück, teils in Münster statt und umfasste ein breites Themenspektrum. Neben der Frage nach dem Tierwohl in der Zootierhaltung ging es unter anderem um das Schmerzempfinden bei Fischen und um die Schicksale sogenannter „Nutztiere“, welche heutzutage großenteils von den Weiden und aus dem Freiland in geschlossene Stallbauten und damit auch aus dem menschlichen Bewusstsein verschwunden sind.

Auf dem Biolandhof Deventer in Rinkerode lernten die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer eine Form der Rinderhaltung kennen, in der die Tiere ihre Hörner behalten dürfen, was heutzutage immer seltener wird. „Den Rindern wird mit den Hörnern auch ihr gutes Selektionsvermögen bei der Futteraufnahme bewahrt“, so Bauer Johannes Deventer, der sich dafür ausspricht, die Haltungsbedingungen an die Tiere anzupassen und nicht umgekehrt. Ein kleinbäuerlicher Betrieb solle zu natürlicher Vielfalt und Artenreichtum beitragen und funktionieren wie ein Organismus, der aus einzelnen Zellen besteht und mit der Natur kooperiert. Zu einem guten Einkauf im Hofladen gehöre auch das persönliche Vertrauen in die Menschen, die auf dem Bauernhof arbeiten.

In seinem Gastvortrag zum Thema „Die amtliche Tätigkeit am Schlachthof - Das Nadelöhr zwischen Erzeuger und Verbraucher“ betonte der Leiter der Fleischuntersuchungsstelle beim öffentlichen Schlachthof der Samtgemeinde Sögel, Tierarzt Peter Kremer: „Immer wieder kommt es bei der Schlachttier- und Fleischuntersuchung zu tierschutz- und verbraucherschutzrelevanten Befunden, die vermeidbar gewesen wären und die teils Rückschlüsse auf die Haltungsbedingungen zulassen. In der genauen Auswertung solcher Erkenntnisse liegt eine Chance zur Prävention.“ Als Beispiele nannte er Hautveränderungen und -verletzungen, Schäden in der Muskulatur und an Gelenken sowie Knochenbrüche und Erkrankungen von inneren Organen.

Cornelia Larink, Lehramtsstudierende im zweiten Semester im Fach Katholische Theologie, zeigt sich betroffen: „Tiere werden genetisch verändert und zu Hochleistungen bei der Fleisch-, Milch- und Eierproduktion gezwungen, dicht gedrängt gehalten, gemästet und anschließend im Akkord getötet, während die Auswirkungen auf die weltweite Ernährungssituation und das globale Klima schon jetzt dramatisch sind. Wir müssen diese Zusammenhänge im Schulunterricht so früh wie möglich vermitteln und Auswege aus derlei Fehlentwicklungen aufzeigen.“

Das Dozententeam - Dr. Birgit Hegewald, Veterinärmedizinerin, Tierethik-Dozentin und Leiterin des Projektes „All Creatures great and small“ am Institut für Katholische Theologie der Uni Osnabrück, und Dr. Rainer Hagencord, Theologe, Biologe und Leiter des Instituts für Theologische Zoologie in Münster -  freut sich über die Lernerfolge der Teilnehmer/-innen. Das nächste gemeinsame Projekt ist bereits in Planung.


4.) "Tiere des Himmels"

Die Islamwissenschaftlerin und Schriftstellerin Kathleen Göbel, Mitglied des Kuratoriums des Institutes für Theologische Zoologie, gibt in ihrem neuen Buch einen Einblick in die an Tiergeschichten reiche Tradition des Islams. Lesen Sie hier ein ein Interview mit ihr von Suleman Taufiq.


5.) "Unser Lebensstil und Auswirkungen - eine praktische Reflexion"

Die franziskanische Sichtweise auf die Mitgeschöpfe ist dem Institut für Theologische Zoologie gewissermaßen ins Grundgesetz geschrieben. Die Interfranziskanische Arbeitsgemeinschaft (INFAG) veranstaltet regelmäßig ein Grundlagenseminar für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Einen Einblick in die Diskussion um verantwortliches ethisch-ökologisches Handeln von Ordensgemeinschaften erhalten Sie hier.


6.) Geburtstagsfeier - 5 Jahre Institut für Theologische Zoologie - SAVE THE DATE

Das Institut für Theologische Zoologie (ITZ) in Münster feiert seinen 5. Geburtstag

Liebe Freunde und Förderer des Institutes für Theologische Zoologie,

vielen Dank, dass Sie durch Ihr Interesse und Ihre finanzielle Unterstützung helfen, das Thema Respekt vor unseren Mitgeschöpfen in Kirche und Gesellschaft präsent zu machen und zu halten.

Das ITZ  blickt 2014 auf fünf ereignisreiche Jahre zurück. Gemeinsam mit Ihnen möchten wir diesen freudigen Anlass feiern. Veranstaltungen - gepaart mit Musik, Kunst und Wissenschaft - werden unser Jubiläumsjahr ausgestalten. Es gibt viel zu erleben und wir laden Sie herzlich ein, uns auch hierbei zu begleiten. Folgende Termine bitten wir Sie, sich schon mal vorzumerken:

Sonntag, 28. September 2014

16:00 Uhr Gottesdienst für Mensch und Tier im Allwetterzoo (Landois-Platz), Münster

18:00 Uhr Erstaufführung eines Schöpfungsoratoriums, Hl. Kreuz Kirche, Münster

Freitag, 15. Mai - Sonntag, 17. Mai 2015

Tagung in der Akademie Franz Hitze Haus, Münster, mit dem Thema:

„Wieviel Tier braucht der Mensch? Neue Perspektiven einer Theologischen Zoologie.“

Weitere Veranstaltungen sind in Planung, z.B. eine Ausstellung mit dem Künstler Gerd Bannuscher, zu der auch unsere Schirmherrin Dr. Jane Goodall angefragt ist.

Wir freuen uns auf Sie!

Ihr

Dr. Rainer Hagencord

(Leiter des Institutes für Theologische Zoologie)


7.) VERANSTALTUNGSHINWEISE

20.02. bis 22.05.14

„Tierisch! Das Tier und die Wissenschaft. Ein Streifzug durch die Disziplinen“

Interdisziplinären Ringvorlesung der Universität Zürich, Rainer Hagencord referiert zum Thema „Wenn sich Tiere in der Theologie tummeln“ am 08.05. 2014

Weitere Details


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Über Ihre Spende oder Ihren Förderbeitrag geben Sie uns Planungssicherheit. Sie schaffen so Möglichkeiten, Projekte umzusetzen, die Tieren und Menschen zugleich zugute kommen. Das Institut für Theologische Zoologie arbeitet frei und unabhängig – auf Ihre Spende sind wir angewiesen. 

Einzelne Spenden können Sie ebenso wie regelmäßige Förderbeiträge steuerlich absetzen. Zum Jahresanfang erhalten Sie von uns Ihre Zuwendungsbescheinigung.

Als Fördermitglied erhalten Sie von uns regelmäßig Informationen über Aktionen, Projekte und Veranstaltungen des Institutes.  

Die Höhe des Förderbeitrages können Sie selbst bestimmen, die Mindesthöhe beträgt 30 Euro pro Jahr.  

Spendenkonto:
Stichwort „Theologische Zoologie“
Darlehenskasse Münster eG

IBAN: DE41 4006 0265 0045 0415 00
BIC: GENODEM1DKM

BLZ: 400 602 65
Kto: 450 415 00        


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