FITZ




 
 

Liebe Freundinnen und Freunde des Institutes für Theologische Zoologie

wir laden Sie herzlich ein zu unserer "Sommernachlese" mit Erfahrungsberichten vom Instituts-Ausflug sowie den Exerzitien in der Schweiz und möchten Sie auf einen herbstlichen Strauß voller Termine und Veranstaltungen aufmerksam machen. Viel Spaß beim Lesen.


ITZ im Raphaelshaus Dormagen

ITZ im Raphaelshaus Dormagen

ITZ im Raphaelshaus Dormagen

ITZ im Raphaelshaus Dormagen

ITZ im Raphaelshaus Dormagen
Fotos: Heinrich Völkering

Von der Begegnung mit dem Tier – Erfahrungsbericht zum Besuch im Raphaelshaus in Dormagen

Am „Betriebsausflug“ des FITZ am 10. Juli 2015 zum Raphaelshaus in Dormagen nahmen inklusive Kindern 13 Personen teil. Wir hatten es als Ziel ausgesucht, weil es seit über 20 Jahren Tiere als pädagogisches Medium in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen einsetzt und bundesweit als erste Einrichtung seiner Art eine tiergestützte Pädagogik praktiziert (www.raphaelshaus.de).

Das Raphaelshaus wurde 1902 von Franziskanerbrüdern gegründet. Seit 1987 leitet Hans Scholten als erster weltlicher Heimleiter die Einrichtung, die sich zu einem modernen Jugendhilfezentrum mit vielfältigen Hilfsangeboten entwickelt hat. Über 200 Kinder und Jugendliche werden hier (teil-)stationär und ambulant betreut und über 200 Mitarbeiter/innen engagieren sich, um im Sinne des hebräischen Namens "Raphael" (="Gott heilt" ) Jungen und Mädchen Heilung, Heimat und Hilfe anzubieten.

Hans Scholten stellte uns die Einrichtung und das Konzept der tiergestützten Pädagogik vor. Verschiedene Tierarten mit ihren unterschiedlichen Anforderungsprofilen und Charakteren sollen besondere pädagogische Effekte bewirken. So nehmen z.B. Therapiepferde jeden Menschen und ganz besonders Kinder vorurteilsfrei an. Sie vermitteln ein Gefühl von Wärme und des „Getragen-Werdens“ und nehmen in einer Art „Containerfunktion“ Befindlichkeiten wie Aggression, Trauer und Hypermotorik auf. Hans Scholten berichtete uns, dass die Kinder in aller Regel den Pferdestall in einem ausgeglichenen Gemütszustand verlassen.

Auch besonders ausgeprägte Defizite, so erfuhren wir, können mit der tiergestützten Pädagogik wirkungsvoll bearbeitet werden. Zum Beispiel finden Kinder, die durch Menschen stark geschädigt wurden, in den Tieren ein annehmendes und unverdächtiges Gegenüber. Kinder und Heranwachsende, die andere Menschen aggressiv geschädigt und dieses Verhalten internalisiert haben, entwickeln mit Hilfe des Tieres Empathie und bekommen ein Gespür für Nähe und Distanz.

Das Raphaelshaus arbeitet mit zwei Trampeltierstuten, intelligenten, eigenwilligen und wehrsamen Tieren, deren Stolz einen einfühlsamen Umgang erfordert. Kamele haben eine meditative Ausstrahlung und bringen selbst hyperaktive Kinder innerhalb kurzer Zeit zur Ruhe. Sie nehmen Blickkontakt mit den Menschen auf, und die Kinder genießen die direkte Nähe zu diesem großen Tier mit 2,25 m Höckerhöhe und 750 kg Gewicht.

Ihre zunehmende Bedeutung in Therapie und Tierpädagogik verdanken die gelehrigen Lamas speziellen Eigenschaften. Vorsichtig, zurückhaltend, aber trotzdem neugierig erkunden sie alles Neue. Der Mensch, der zu ihnen Kontakt aufnimmt, benötigt Fingerspitzengefühl und Geduld. Hat das Tier einmal Vertrauen gefasst, lässt es sich gut führen.

Damit unsere gut dreistündige Tierwanderung ein stressfreies Unterfangen wurde, führte uns Marie-Theres Scholten,  Therapeutin für tiergestützte Therapie, in den praktischen Umgang mit den uns begleitenden zwei Kamelen und fünf Lamas ein. Solche Tiere hatte noch keiner(r) aus unserer Gruppe geführt. Es galt gleich zu Beginn, die B9 zwischen Köln und Neuss zu überqueren. Über Feldwege ging es dann problemlos bis zu einem Waldstück, wo die Tiere angebunden wurden und wir ein mitgebrachtes Picknick genossen. Was für die bereitwillig anhaltenden Autofahrer ein überraschender Anblick gewesen sein mag, war für uns Beteiligte ein unvergessliches Erlebnis. Danke an Herrn und Frau Scholten und das großartige Team vom Raphaelshaus!

(Heinrich Völkering)

zum Raphaelshaus



Wanderexerzitien in Lü 2015

Wanderexerzitien in Lü 2015

Wanderexerzitien in Lü 2015

Wanderexerzitien in Lü 2015

Wanderexerzitien in Lü 2015

Wanderexerzitien in Lü 2015

Wanderexerzitien in Lü 2015

Wanderexerzitien in Lü 2015
Fotos: Ingeborg Rehder

Von der Stille und der Wahrnehmung – Erfahrungsbericht zu den Wanderexerzitien in Lü

2015 nun zum 4. Mal, wieder im Hochsommer im August, eine Woche Wandern und Wahrnehmen in der traumhaft schönen und erhabenen Schweizer Bergwelt in Graubünden, im Engadin. Gemütlich mal wieder die Unterbringung unserer 12-Personen Gruppe in der bewährten ‚Chasa Tschierv‘, der alten Pastorei direkt neben dem Dorfkirchlein und einem Dorfbrunnen, mit dessen Quellwasser wir täglich unsere Trinkflaschen füllten. Sehr gelungen auch wieder der Reihum-Kochplan mit abwechslungsreichen vegetarisch-veganen Rezepten. Ruhig, sicher und erfahren die spirituelle Anleitung der Gruppe sowie der täglich wechselnden Wanderwege durch Dr. Rainer Hagencord. Seiner großen Liebe zur Bergwelt und Natur und zur unmittelbaren Erfahrung unserer Präsenz in ihr verdanken wir diese Initiative.

Tägliches Morgenritual um 8 Uhr: Treffen draußen vor dem Haus mit Blick auf die Berge, auf Wiesen und Wälder, hinein in den Himmel, schweigend, dem spirituellen Gedankeninput lauschend, darüber nachsinnend, fühlend, beobachtend. Eine große Freude: die vielen Schwalben rund um den Kirchturm. Nachdenklich stimmend: das Klappern von Milchkannen und Geräten vom landwirtschaftlichen Betrieb nebenan; der Bauer selbst nennt seinen hochtechnisierten Betrieb gern „Kuhhotel“...

Dann Frühstück in großer Runde, Selbstversorgung mit einem Lunch-Paket, Schnüren von Rucksack und Schuhen, Sonnenschutz und Sonnenhut nicht vergessen. Danach Aufbruch in eine neue Tageserfahrung mit der Schönheit dieser Bergwelt, aber auch mit sich selbst; denn nur per pedes, ergänzend mit Wanderstöcken, und aus eigener Kraft kann jede/r eintauchen in neue Erfahrungswelten: bergauf und bergab, vorbei an bizarren Felsen, Höhlen und Bergriesen, durch Wiesen und Geröllfelder, über weichen Waldboden, durch schattige Nadelholzwälder – wie tief beeindruckend der Weg durch den Arvenwald in großer Höhe und über seine bizarren, uralten Baumwurzeln - und immer wieder wohltuend das entspannte Wandern entlang den verzweigten Wasserläufen der Gebirgsbäche, vor allem in der Ebene.

Oft sehnlichst – von mir – erwartet: das Erreichen der Streckenabschnitte, Rasten, Ruhen, die Anstrengung vergessen, im Hier und Jetzt sich selbst, den Ort und seine Umgebung wahrnehmen. Die Mittagspause an einem Bergsee, umgeben von einer friedlich grasenden und teils Kontakt suchenden Kuhherde war besonders schön, auch die Abkühlung von Beinen und Füßen im Gebirgswasser. Und das Fiepen und Spielen vieler Murmeltiere, die neugierig aus ihren Erdlöchern auftauchten. Ganz besonders: die  Beobachtung von Steinböcken in den Felsen und einem Steinadler und Bartgeier in der Luft. Und immer wieder die Kuhherden auf den Almwiesen: weiße, braune und bunte Kühe, wohlgenährt, mit großen Glocken um den Hals friedlich grasend. Einige hatten Kälber dabei, auch neu geborene, die im Gras lagen oder bei ihren Kuhmüttern tranken. Die Familienidylle dieser ‚Mutterkuhhaltung‘ anzuschauen tut gut, doch schmerzt das Wissen darüber, dass die meisten dieser ‚Naturkälber’ nach spätestens 10 Monaten unter’s Messer kommen, weil ihr Fleisch den Menschen so besonders gut schmeckt. Eine Mutterkuh,  die wir am Tag zuvor noch mit ihrem friedlich trinkenden Kalb auf einer Wiese erlebt hatten, trafen wir am Tag darauf allein an….

Abends dann, nach unserer Rückkehr, freuten sich alle auf das gemeinsame ‚Diner‘, das wir mehrfach, dank angenehm sommerabendlicher Temperaturen, vor dem Haus zwischen Kirchlein und Brunnen einnehmen konnten. Danach dann noch unser Abendkreis, bei dem jeder von seinen individuellen Tageserfahrungen erzählte – teils in Poesieform, persönlich betroffen, auch mal pragmatisch oder den Tränen nahe. Bewegend, wie groß die Bereitschaft bei jedem war, sich auf sensible Wahrnehmung und Gefühl einzulassen.

Und darüber hinaus wurde viel gelacht und der Sinn für Humor groß geschrieben. Beim Abschied waren sich alle einig, eine sehr intensive Woche für Körper und Seele erlebt zu haben. Für den „Unbewanderten“ sind diese Wanderexerzitien mit Dr. Rainer Hagencord  gewiss auch eine große körperliche Herausforderung, die aber wiederum dazu beiträgt, den Kopf loszulassen. Vor allem aber stärken sie unsere Präsenz in der Natur, uns als Teil eines großen Ganzen neu wahrzunehmen und zu spüren.

(Ingeborg Rehder)

zu den Wanderexerzitien



Aus dem Terminkalender des ITZ

Montag, 07.09.2015 bis Freitag 11.09.2015
„Aber frag doch das Vieh, dass es dich unterweise...“,- Pastoralkolleg zur Schöpfungstheologie und Schöpfungsspiritualität // Fortbildung // Haus Nordhelle, Meinerzhagen-Valbert

Montag, 14.09.2015
Mitgeschöpf Tier // Vortrag // Dorothee-Sölle-Haus in Ahaus

Donnerstag, 01.10.2015
Das Tier als Herausforderung für die christliche Anthropologie (PTH) // Vorbesprechung zum Seminar mit Exkursion für Studierende an der WWU und PTH Münster

Freitag, 09.10.2015 bis Sonntag 11.10.2015
Gut gegessen? Wie können wir uns gesund, umweltverträglich und ethisch verantwortbar ernähren? // Tagung // Ev. Akademie Loccum

Samstag, 17.10.2015
Von der Heilkraft der Natur mit besonderem Blick auf die Würde des Tieres und die Begegnung mit dem Tier // Tagesseminar // Naturschutzzentrum Bruchhausen in Erkrath

Dienstag, 10.11.2015
Think Tank Theologische Zoologie (TTTZ) mit Schwerpunktthema „Umwelt-Enzyklika“ // 15 Uhr s.t. // Think Tank // Rudolfstraße 13 in Münster
 

zu den Terminen und Neuigkeiten



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