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Nachruf auf Bruder Anton Rotzetter

Bruder Anton Rotzetter
Foto: Annette Maria Forster

 

Die Nachricht von seinem Tod traf mich völlig überraschend, durfte ich noch im Dezember letzten Jahres ein sehr ermutigendes und ernstes Gespräch mit ihm in Münster führen. Von seinen körperlichen Beschwerden sprach er zwar, dies aber in vertrauensvollem und gelassenem Ton. Am 1.März verstarb er also ganz plötzlich und wurde inzwischen in Fribourg beigesetzt.

Ein Wort aus der Enzyklika Laudato Si von Papst Franziskus fiel mir direkt an diesem Tage ein; ein so wunderbarer Satz, der auch aus Antons Feder stammen könnte:
„Das ewige Leben wird ein miteinander erlebtes Staunen sein, wo jedes Geschöpf in leuchtender Verklärung seinen Platz einnehmen und etwas haben wird, um es den endgültig befreiten Armen zu bringen.“ (LS 243)

Was mir fehlen wird, sind seine spirituelle Weite, seine ernste Brüderlichkeit und seine ansteckende Unermüdlichkeit:

 

„Nimm, Erde, den Staub

Alles, was zerfällt, gehört

      der Erde

Doch alles, was uns lieb ist

      dem Himmel

Nimm

  Erde

    den Staub

Nimm

   Himmel

     Bruder Anton“

 

Dieses Gebet aus seiner Gebetssammlung schreibe ich nun für ihn, und bin sehr bewegt dabei; denn es stammt aus einem Fundus, aus dem ich seit über 20 Jahren schöpfe:

„Gott, der mich atmen läßt. Gebete“ heisst das Büchlein, in dem die sieben Tage, Zeiten, Sakramente, Lebensalter, Kräfte, Werke und Stufen durch-betet werden. Unerschöpflich!

Sie haben mich begleitet auf meinem Weg in eine immer tiefere Spiritualität der Geschwisterlichkeit.

Ernste Brüderlichkeit

Es sind seine weit ausgebreiteten Arme, deren Kraft ich in der Erinnerung noch spüren darf. Die erste Begegnung dieser Art war im Jahre 2007 in Luzern. Dort lernte ich ihn kennen im Zusammenhang mit einer Veranstaltungsreihe zur Würde unserer Mitgeschöpfe. Es entstand die Idee, gemeinsam ein Institut zur gründen; denn das Warten darauf, dass ein Bistum oder eine Hochschule darauf käme, schien uns aussichtslos. Und so konnten wir das Institut für Theologische Zoologie im Jahr 2008 als GbR „aus der Taufe heben“. In den Jahren danach war er immer wieder in Münster präsent: Bei Kuratoriumssitzungen, Vorträgen, Lehrveranstaltungen, und dies mit ausgebreiteten Armen und großer Kraft.

Ansteckende Unermüdlichkeit

Die Enzyklika Laudato Si erschien im Sommer 2015. Dass wir das noch erleben durften! Auch Anton war überrascht, hat zwar sehr schnell die Passagen ausfindig gemacht, in denen der Papst nicht konsequent genug und zu wenig franziskanisch war, fühlte sich aber ermutigt für seine und unsere Arbeit für die Geschwisterlichkeit alles Lebendigen. Doch schon im Dezember war klar, dass die Kirchen des reichen Nordens diesen unglaublichen Impuls in seiner Tiefe und Konsequenz nicht aufnehmen würden. Wir lassen uns davon nicht beirren! Machen wir weiter! Sagte er mir strahlend ins Gesicht und schloss mich in seine Arme.

Dr. Rainer Hagencord im März 2016


 
 





 
   
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