Neuigkeiten

Samstag, 22.09.2018

Impulse - Wahrnehmungen - Verköstigungen. Ein interreligiöses Projekt: Naturschutz als Band der Religionen

Sa 22.09.2018 // 16 – 19 Uhr // Workshop // Kapuziner Klostergarten Münster

Freitag, 29.06.2018

Ethik des Lebendigen - Vom Umgang mit Nutztieren

Fr 29.06.2018 // 18 Uhr // bis So 01.07.2018 // ca 14 Uhr // Tagung // Kloster Stift zum Heiligengrabe // Heiligengrabe

Samstag, 03.03.2018

Impulse - Wahrnehmungen - Verköstigungen. Ein interdisziplinäres Projekt: Die Synergie aus Ökologie und Spiritualität

Sa 03.03.2018 // 16 - 19 Uhr // Workshop // Kapuziner Klostergarten Münster

Mittwoch, 06.12.2017

Die Würde der Tiere - Vortrag und Symposium

Mi 06.12.2017 // 9 - 17 Uhr // Vortrag im Rahmen des Symposiums „Kulturlandschaft im Wandel – biodivers oder artenarm?" // LVR-Freilichtmuseum Lindlar

Freitag, 15.09.2017

Was die Natur uns predigt - BeSINNungstage InNatura

Fr 15.09.2017 // 16:00 Uhr bis So 17.09.2017 // 14:00 Uhr // Schnupperwochenende im Haus Mariengrund // Münster

Samstag, 09.09.2017

Impulse - Wahrnehmungen - Verköstigungen. Ein ökumenisches Projekt: Für eine ökologische Reformation.

09.09.2017 // 16 - 18 Uhr // Workshop // Kapuzinerklostergarten Münster

Erstes Glandorfer Gespräch

Erstes Glandorfer Gespräch - Von der Stärkung des Selbstbewusstseins bis hin zur Grippeprophylaxe oder "Lernt von den Vögeln des Himmels und den Lilien des Feldes" (nach Mt 6,26 f.)

Zistrose-Ernte in Griechenland, Foto: Urheimische Medizin

Das erste Glandorfer Gespräch – Thema: Natur als Heil- und Erfahrungsraum

Dr. Georgios Pandalis, Urheimische Medizin:

Seit vielen Jahren tausche ich mich aus mit Prof. Ludwig, Virologe an der WWU Münster, jetzt auch mit Dr. Hagencord, Leiter des Institutes für Theologische Zoologie. In unseren drei Arbeitsbereichen wird deutlich, dass die Natur – die Pflanzen und die Tiere – heilende Wirkung auf den Mensch ausüben. Und dies in einer Zeit von zunehmender Naturentfremdung und –zerstörung.

Dr. Rainer Hagencord, Theologische Zoologie:

In der Bibel lesen wir auf jeder Seite von Tieren und Pflanzen, d. h. es ist eine Theologie mit dem Gesicht zur Schöpfung. An dem Wort von Matthäus – „Lernt von den Vögeln des Himmels und den Lilien des Feldes“ können wir uns sehr gut auch heute noch orientieren.  Z. B. in der Heilkunde, denn kranke Tiere nutzen ganz instinktiv Pflanzen, die ihnen Linderung oder Heilung verschaffen. Jane Goodall, Schirmherrin der Theologischen Zoologie, beobachtete dies an Schimpansen, die sich mit speziellen Astern-Blättern von parasitären Würmern befreien. Indem wir die Tiere als Vorbild nehmen, bekommt der Begriff „Naturheilkunde“ eine noch umfassendere Bedeutung.

Dr. Georgios Pandalis, Urheimische Medizin:

Die biblische Wertschätzung für die Pflanzen hat über Jahrhunderte die Medizin geprägt. So sagte auch Paracelsus „Gott hat für jede Krankheit eine Pflanze wachsen lassen. Sehet Euch um in der Natur und schöpft aus der Apotheke Gottes“. Wie klingt dieser Satz für Sie als Naturwissenschaftler der heutigen Zeit?

Prof. Stephan Ludwig, Virologie:

Man muss sich doch nur vergegenwärtigen, dass bis vor gerade mal 100 Jahren die traditionelle Medizin durchaus erfolgreich war und sich meist aus der Natur bediente. Die Zistrose zum Beispiel galt schon bei den alten Griechen als heilsame Pflanze. Wir haben vor ca. acht Jahren, zur Zeit der Vogelgrippewelle, bewiesen, dass ein spezieller Extrakt daraus sehr effektiv die Vermehrung von Grippeviren blockieren kann.

Dr. Rainer Hagencord, Theologische Zoologie:

Da sehe ich wieder eine Parallele. Seit ich im Kontakt bin mit dem Raphaelshaus in Dormagen, eine Einrichtung der Jugendhilfe, in der mit Lamas, Pferden und Hunden gearbeitet wird, weiß ich, dass die heilsame Wirkung der Tiere auf missbrauchte und verwahrloste Kinder inzwischen auch wissenschaftlich belegt wurde. Die Begegnung mit einem Tier besitzt eine Beziehungsqualität, welche auf unsere Lebensqualität positiv wirkt. Nicht das Tier an sich, vielmehr die freie Begegnung mit dem Tier und der Dialog mit ihm ist hilfreich, spricht u. a. Emotionen an, schüttet Hormone aus und setzt so Impulse für einen möglichen heilenden Prozess.
Mich stärken diese Erfahrungen, dass ich mehr von den Tieren und Pflanzen lernen kann, ihnen noch mehr Heilkraft eingestehe.

Prof. Stephan Ludwig, Virologie:

Tatsächlich hat sich auch meine Einstellung zur traditionellen Medizin seit der Erforschung der Zistrose geändert. Meine Familie und ich nutzen seitdem den Zistroseextrakt Cystus052 zum Schutz vor Infekten und haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht.

Dr. Georgios Pandalis, Urheimische Medizin:

Wir sind uns einig, dass der Kontakt mit Tieren und Pflanzen alltags- und lebensrelevant ist. Von natürlich lebenden Tieren wie den Ziegen auf Chalkidiki können wir lernen, da sie noch über ihre ureigenen Instinkte verfügen. Damit die Tiere ihre Instinkte behalten, dürfen wir sie nicht ihrer tier- und artgerechten Lebensweise berauben – so wie wir es uns selbst zunehmend antun. Herr Dr. Hagencord, was wird Ihrer Meinung nach aus den heutigen Generationen, die den ganzen Tag mit virtuellen Spielen verbringen und glauben, die Kuh sei lila?

Dr. Rainer Hagencord, Theologische Zoologie:

Der Psychotherapeut Alexander Mitscherlich hat es einmal so ausgedrückt: „Der junge Mensch braucht Seinesgleichen – nämlich Tiere, überhaupt Elementares, Wasser, Dreck, Gebüsche, Spielraum. Man kann ihn auch ohne das alles aufwachsen lassen, mit Teppichen, Stofftieren oder auf asphaltierten Straßen und Höfen. Er überlebt es, doch man soll sich dann nicht wundern, wenn er später bestimmte soziale Grundleistungen nie mehr erlernt.“
Wenn man sich auf das Tier, seine Art und seine Wesenheit einlässt, ist mehr von ihm zu lernen als man sich in der allgemeinen Entfremdung unserer Zeit vom Natürlichen vorstellen kann. Franz von Assisi beschreibt in seinem Sonnengesang die Schönheit der Schöpfung mit „Schwester Sonne“, „Bruder Wind“, und er stellt die Tiere als dem Menschen gleich gestelltes Werk des allmächtigen Schöpfers in seiner wundervollen Schöpfung dar.
Für mich ist und bleibt die Natur als Erfahrungsraum unersetzlich.

Details zum Format "Glandorfer Gespräche"