Dr. Anton Rotzetter:

Geb. in Basel, am 03.01.39, Bürger von Freiburg/Schw., Sohn eines Grenzwächters, darum von Anfang an "Pilger", Wanderer von Ort zu Ort, mit einer Versuchung Grenzen zu überschreiten, Gymnasium in Freiburg/Schweiz und Appenzell, 1959 Eintritt in den Kapuzinerorden, Hochschulstudium in Freiburg (Promotion), Bonn (68er Jahre: Befreiung aus dem "Ghetto" in die katholische Weite) und Tübingen, 1972 mehrwöchiger Aufenthalt in Rio de Janeiro und 1974 mehrmonatiger Aufenthalt in Tanzania (Elendsquartiere und Armut: Befreiung aus einem bürgerlich gedeuteten Evangelium zum Evangelium der Armen), 1967-1974 wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Franz von Assisi (Konvergenz von Geschichte und Gegenwart, von Theorie und Praxis, von Mystik und Politik), 1978 - 1988 Konzeption und Leitung des Instituts für Spiritualität in Münster/Westf: Auf der Suche nach einer allgemeinen und modernen christlichen Spiritualität, Entdeckung der Sprachfähigkeit), Lehraufträge an der PhThH Münster u Freiburg/Schweiz; seit 1988 wohnhaft in Altdorf Uri; Verfasser von ca 70 Büchern, teilweise in mehrere Sprachen übersetzt.

Funktionen
Bis 1988 Leiter des Instituts für Spiritualität in Münster; 1968 - 1993 theologischer Assistent der internationalen franziskanischen Bewegung "Marienthal"; 1988 - 1998 Präsident der Franziskanischen Akademie; seit 1998 im Vorstand der Innerschweizer Schriftsteller/innen; bis 1994 im Vorstand der "ACAT Schweiz"; Sieben Jahre WortzumSonntagSprecher beim Fernsehen DRS; bis Ende 2000 regelmässiger Sprecher in "Erfüllte Zeit" bei ORF 1; vierteilige Sendung Radio Vatikan über Franz von Assisi (Mai 1992); reiche redaktionelle und schriftstellerische Tätigkeit in verschiedenen Zeitschriften.

Wissenschaftliche Bibliographie an der Bonaventure University New York von Fr.Benedikt Mertens ofm - Br.Anthony LoGalbo, OFM: SFS 500 Introduction to Franciscan Studies - Fall, 1999: A Bio-Bibliography of Anton Rotzetter

Zugang zum Thema "Tier".
Als Forscher im Bereich der franziskanischen Spiritualität wurde bald einmal deutlich, dass ökologische und tierethische Fragestellungen von Franz von Assisi her nicht nur nicht ausgeklammert werden können, sondern zum unveräusserlichen Bestand gehören. Diese Einsicht verband sich mit einem "angeborenen freundlichen Verhältnis" zu Tieren, stamme ich doch aus einer naturverbundenen Bergfamilie.
Immer mehr beschäftigte ich mich auch mit tierbezogenen Ergebnissen der Bioglogie, der Philosophie, der Verhaltensforschung, aber auch der Bibelwissenschaft. Schliesslich liess ich mich zuerst in Deutschland in den Theologischen Beirat von AKUT (Aktion Kirche und Tier) und dann zum Präsidenten der AKUT/Schweiz wählen.
Entscheidend dafür ist der grosse Zusammenhang, den Gott in seine Schöpfung eingestiftet hat. Von Franziskus weiss ich, dass alles, was ist, geschwisterlich miteinander verbunden ist, und dass alles Leben ein Geheimnis ist, dem wir mit Ehrfurcht zu begegnen haben.
Im Institut für theologische Zoologie möchte ich zwei Dinge vertreten:
Ich möchte den Tierschutz aus der Ecke herausholen, in die sich Tierschützer oft selber manövrieren. Es geht nicht um Vermenschlichung des Tieres, auch nicht darum, dass das Tier Ersatz für menschlichen Beziehungen ist. Ich bin vielmehr überzeugt, dass Tier und Mensch einen grossen Teil an gemeinsamer Lebendigkeit haben und dass dem Tier deswegen besondere Ehrfurcht gebührt. Doch auch jeder Stein, jede Pflanze - alles was ist, offenbart uns ein Geheimnis, das sich letztlich jeder Manipulation entzieht.
In den letzten Jahrzehnten ist die Schöpfung immer mehr dem Absolutheitsanspruch der Ökonomie anheim gefallen. Alles wird zur Sache, die man beliebig gebraucht, zum Objekt, das man ausbeutet. Zwar gibt es heute wohl niemand mehr, der nicht von Bewahrung der Schöpfung spricht. Sobald es aber konkret wird, scheut man die Konsequenzen. Ich bin der Überzeugung, dass neben der Vergötterung der Mobilität die Ehrfurchtslosigkeit eine besondere Rolle spielt. Die Einstellung zum Auto und zum Tier ist eine Art Schnittstelle, an der der heutige Lebensstil, der weitgehend auf dem Prinzip der Ausbeutung und der Rücksichtslosigkeit aufbaut, eine revolutionäre Wende erfahren könnte - zu Gunsten von Lebensqualität, weltweiter Gerechtigkeit und umfassender Solidarität.

Veröffentlichungen:


- Von Demut, Frieden und anderen Torheiten: Franziskanische Texte gedeutet für die Menschen unserer Zeit. Freiburg/Schw. 1990

- Beseeltes Leben. Briefe zur Spiritualität, Freiburg 1986, Neuauflage 2002

- Franz von Assisi. Erinnerung und Leidenschaft, Freiburg 1989

- Ich rufe Sonne und Mond: Der Sonnengesang des Franz von Assisi. Annäherung und Einführung. Eschbach 1998

- mit Elisabeth Bernet) Latium, Umbrien, Toskana: Wanderungen auf den Spuren des Franz von Assisi. Frankfurt a.M.1998

- Die Welt erglänzt in Gottes Farben. Visionen von der Ganzheit der Schöpfung, Freiburg/Schw. 2000
- Mit Gott im Heute. Grundkurs franziskanischen Lebens, Freiburg 2000

- Aus Liebe zum Leben: Die Evangelischen Räte neu entdecken. Freiburg i.Br.1996 und 1997

- Am Morgen einer neuen Zeit. Spirituelle Lesung des Markusevangeliums, Freiburg 2002

- Der Stern des Messais. Psalmbetrachtungen zu Advent und Weihnachten,, Freiburg 2004

- Vegetarische Ernährung - warum? In: Anima. Zeitschrift für Tierrechte 22 (2006/07) Heft 4, 3 - 5; Graz; DVR 0955906

- Lexikon christlicher Spritualität, Darmstadt 2008, ISBN 978-3-534-16689-3

- Sieben Jahre WortzumSonntagSprecher beim Fernsehen DRS - Bis Ende 2000 Regelmässiger Sprecher in "Erfüllte Zeit" bei ORF 1

- Vierteilige Sendung Radio Vatikan über Franz von Assisi (Mai 1992)

- Reiche redaktionelle und schriftstellerische Tätigkeit in verschiedenen Zeitschriften.

- Mitautorschaft des "Franziskanischen Fernkurses" (INFAG) und verantwortlicher Herausgeber des "Grundkurses für das franziskanische Missionscharisma" (MIZE)



Texte zum Download als PDF:


  • Zehn Angebote

  • Gott und das Fleisch

  • Darf man Opferfleisch essen?

  • Sonnengesang fairfish zum Geleit

  • Ist das Leiden der Tiere ohne Sinn

  • Stierkampfverbot