Ziele des Institutes
1. Wissenschaft und Forschung:
Es braucht eine wissenschaftlich fundierte theologische Würdigung des Tieres. Neben theologischen Anthropologien gibt es noch keine ausgearbeitete theologische Zoologie. Im Rahmen des Institutes möchten wir selbst weiter forschen und mit anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ins Gespräch kommen. Dazu dienen Lehrveranstaltungen an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Trägerschaft der Deutschen Kapuzinerprovinz in Münster sowie der theologischen Fakultät in Münster und die Kooperation mit anderen theologischen Fakultäten in Deutschland und der Schweiz.
2. Pädagogik und Katechese:
Es braucht in der Kirche und den christlichen Gemeinden eine größere Sensibilität für das große Thema "Bewahrung der Schöpfung"; in diesem Zusammenhang wird es Zeit in besonderer Weise die Tiere in den Blick zu nehmen, - über Katechese, Religionsunterricht und Predigt. Wir wollen Unterrichtsmaterialien und Arbeitshilfen erstellen und herausgeben.
3. Projekte und Kooperationen:
Es braucht Exerzitien, Workshops und Exkursionen, in denen Menschen im Kontakt mit der Natur, den Pflanzen und Tieren zu einer schöpfungsgemäßen Spiritualität finden. Wir wollen mit Bildungshäusern, Nationalparks, Zoos und ähnlichen Einrichtungen dazu Konzepte entwickeln und Veranstaltungen durchführen.
Interdisziplinär, ökumenisch und interreligiös
Der Literaturnobelpreisträger Elias Canetti schreibt:
"Mit zunehmender Erkenntnis werden die Tiere den Menschen immer näher sein. Wenn sie dann wieder so nahe sind wie in den ältesten Mythen, wird es kaum mehr Tiere geben."
Das Projekt einer theologischen Zoologie kann nur gelingen, wenn es
1. die Erkenntnisse der Naturwissenschaften bezüglich der Mitgeschöpfe des Menschen ernst nimmt und sich somit abgrenzt von fundamentalistischen Verkürzungen jeder Rede von Mensch und Tier, Gott und Welt;
2. die biblischen Überlieferungen vor dem Hintergrund des jüdisch-christlichen Menschenbildes neu sichtet und in die relevanten Disziplinen einer wissenschaftlich fundierten und ökumenisch verorteten Theologie einarbeitet;
3. die Gemeinden für die gesellschaftspolitische und spirituelle Relevanz des Themas gewinnt und zu einer stärkeren Vernetzung derjenigen beiträgt, die sich um einen Bewusstseinswandel und ein sensibleres Konsumverhalten bemühen.
